Finanzielle Förderungen

Viele Menschen schreckt bei einer Existenzgründung vor allem das finanzielle Risiko und die damit verbundenen Unsicherheiten ab. Natürlich sollte man sich bewusst machen, dass man einen großen Schritt geht, wenn man sich für die Gründung eines eigenen Unternehmens entscheidet, allerdings gibt es zahlreiche Unterstützungen – vor allem auch durch die Bundesregierung-, die Sicherheit und finanzielles Vertrauen bieten.

Mit der Einführung der GmbH-Variante „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ ist es nun auch für Unternehmer mit wenig Kapital möglich, sich zu verwirklichen.

Weiterhin bietet die Bundesregierung verschiedene Möglichkeiten der individuellen Förderung bei der Existenzgründung. Beispielsweise bietet sich für Menschen, die aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Unternehmung gründen wollen der „Gründerzuschuss durch das Arbeitsamt“ oder das „Einstiegsgeld“ an.

Eckdaten „Gründerzuschuss durch das Arbeitsamt“

  • Der Zuschuss kann an Personen geleistet werden, die einen Anspruch auf Arbeitslosengeld von mindestens 150 Tagen haben (Arbeitslosengeld I) und dessen Dauer nicht allein auf § 147 Abs. 3 SGB III beruht („kurze“ Anwartschaftszeit).
  • Die selbstständige Tätigkeit muss das Ziel der Beendigung der Arbeitslosigkeit haben.
  • Der zeitliche Umfang sollte dabei mindestens 15 Stunden pro Woche betragen.
  • Kenntnisse und Fähigkeiten, die zur Ausübung der selbständigen Tätigkeit nötig sind, müssen vorgezeigt und nachgewiesen werden. Sollte sich ein Mangel an Kenntnissen herausstellen, besteht die Möglichkeit der Teilnahme an einer Maßnahme zur Eignungsfeststellung oder zur Vorbereitung der Existenzgründung.
  • Fachkundige Stellen wie z. B. die Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, berufsständische Kammern, Fachverbände und Kreditinstitute müssen die Tragfähigkeit der Existenzgründung bestätigen.
  • Achtung: Der Gründerzuschuss ist eine Ermessensleistung der aktiven Arbeitsförderung –  es besteht kein Rechtsanspruch!
  • Der Zuschuss wird in 2 Phasen geteilt, wobei sich der Zuschuss für die ersten 6 Monate nach der Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitlosengeldes richtet und der Sicherung des Lebensunterhalts dient. Zusätzlich werden 300 € zur sozialen Absicherung gewährt. Diese können auch noch 9 weitere Monate gewährt werden, wenn eine intensive Geschäftstätigkeit und hauptberufliche unternehmerische Aktivitäten dargelegt werden.
  • Eine erneute Förderung ist nicht möglich, wenn seit dem Ende einer Förderung der Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit nach dem SGB III noch nicht 24 Monate vergangen sind.
  • http://www.existenzgruender.de/selbstaendigkeit/entscheidung/branchen_zielgruppen/arbeitslose/02463/index.php?utm_source=nl1211&utm_medium=email&utm_content=m1&utm_campaign=Newsletter

Der Weg zum Gründerzuschuss

1. Antrag auf Arbeitlosengeld einreichen (Der Bewilligungsbescheid für Arbeitslosengeld ist nötig um einen späteren Anspruch und dessen Höhe feststellen zu können.) Sollten Sie bereits Arbeitlosengeld-Bezieher sein, so ist zu prüfen, ob noch mindestens 150 Tage Restanspruch vorliegen.

2. Holen Sie sich den Fördergeldantrag bei Ihrem Bearbeiter ab. Sie verpflichten sich hier noch nicht zu einer Gründung, machen aber deutlich, dass Sie dies vor haben. Der Antrag ist vor der Gründung abzuholen und nicht danach. Andernfalls verlieren Sie Ihren Förder-Anspruch.

3. Besorgen Sie sich die Erlaubnis oder Zulassung für die Tätigkeit, die Sie aufnehmen möchten. Erkundigen Sie sich frühzeitig, ob dies nötig ist und wie lange die Vorgänge dauern.

4. Die Suche nach der fachkundigen Stelle. Laut der Arbeitsagentur für Arbeit sind dies z. B. die Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, berufsständische Kammern, Fachverbände und Kreditinstitute. Aber auch andere Unternehmer und Berater können hierfür in Frage kommen. Wichtig ist, dass die fachkundige Stelle Ihre Unternehmung absegnet und beratend zur Seite steht, d.h. unterstützend tätig ist und nicht belehrend.

5. Nehmen Sie an einem Existenzgründerseminar teil. Dies ist zwar nicht immer verpflichtend, wird aber auf dem Antrag vermerkt und kann Ihnen später positiv angerechnet werden. Zudem ist es für Sie eine gute Möglichkeit andere Gründer kennen zu lernen, sich auszutauschen und Fragen mit Beratern zu klären.

6. Erstellen Sie einen Businessplan – das Kernstück Ihrer Gründungsunterlagen. Erstellen Sie ein überzeugendes Unternehmenskonzept. Beachten Sie, dass die notwenigen Recherchen hierfür schnell mehrere Wochen in Anspruch nehmen können.

7. Die von Ihnen ausgesuchte fachkundige Stelle muss nun alle Dokumente (Antrag, Businessplan…) prüfen. Wird Ihr Konzept positiv bewertet erfolgt die Stellungnahme in Form eines Formulars mit dem offiziellen Titel „Stellungnahme der fachkundigen Stelle zur Tragfähigkeit der Existenzgründung“.

8. Durch die Anmeldung Ihres Gewerbes beim Gewerbeamt (Finanzamt) legen Sie Tag fest, an dem Ihre Selbstständigkeit beginnt. Sie sind dann nicht mehr arbeitslos gemeldet.

9. Mit der Stellungnahme der fachkundigen Stelle können Sie  anschließend zur Arbeitsagentur gehen. Außerdem reichen Sie das eigentliche Antragsformular mit ein sowie ein Exemplar des Businessplans und einen Nachweis über die Anmeldung Ihrer Selbstständigkeit. Die Bearbeitung Ihres Antrags erfolgt zügig. Achtung: Der Gründerzuschuss ist eine Ermessensleistung der aktiven Arbeitsförderung –  es besteht kein Rechtsanspruch!

 

Weitere Fördermöglichkeiten

Kommt eine Förderung mit dem „Gründerzuschuss durch das Arbeitsamt“ nicht in Fragen bietet sich eventuell das „Einstiegsgeld“ an, welches auf der Basis des Arbeitslosengeldes II berechnet wird. Der Hauptvorteil liegt darin, dass es zum Arbeitslosengeld II hinzugezahlt wird. Auch hier gelten die Motive der Unterstützung arbeitsloser Menschen beim Einstieg in die Selbständigkeit oder bei der Aufnahme einer abhängigen Beschäftigung. Antragsberechtigt sind aber nur Hilfebedürftige, die Arbeitslosengeld II nach dem SGB II beziehen. Ziel ist es, die Abhängigkeit von Hilfeleistungen zu beenden und eine berufliche Selbstständigkeit zu erlangen. Dabei muss die Tätigkeit einen hauptberuflichen Charakter haben.
Eine Übersicht über regionale und branchenspezifische Förderungen können hier gefunden werden: http://www.foerderdatenbank.de/

Besonders hilfreich für Existenzgründer sind die Fördermöglichkeiten der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Hier kann man zwischen verschiedenen Paketen wählen. Neben Beteiligungsmöglichkeiten, EU-Fonds und Business Angles, gibt es auch besonders günstige Darlehen wie z. B. den „ERP-Gründerkredit – StartGeld“, welcher eine Gründung auch mit wenig Eigenkapital erlaubt. https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Gr%C3%BCnden-Erweitern/Finanzierungsangebote/ERP-Gr%C3%BCnderkredit-Startgeld-(067)/

Eine weitere Option ist der Mikrokreditfond, der vor allem an kleine und junge Unternehmen gerichtet ist, bei denen die Gründer von der Hausbank keinen Kredit erhalten würden.
http://www.mikrokreditfonds.de/de/mikrokredit-erhalten/produktrahmen.html


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