Businessplan

Der Businessplan (englisch für Geschäftsplan) stellt den Leitfaden Ihrer zukünftigen Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) dar. Er soll Ihnen, aber auch potenziellen Geldgebern und möglichen neuen Geschäftspartnern eine Orientierung bieten. Ziel des Businessplans ist es, Informationen zur Geschäftsidee zu vermitteln, das wirtschaftliche Potenzial heraus zu arbeiten sowie zu prüfen, ob aus einer einfachen Idee auch tatsächlich eine erfolgreiche Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) werden kann.

Ein ausführliches und doch einfach nachzuvollziehendes Konzept mit allen Kernpunkten der neuen Geschäftsidee bietet sowohl Ihnen selbst die Möglichkeit einen handfesten Plan zu haben, aber auch finanziellen Investoren nötige Sicherheit und Vertrauen.

Natürlich gibt es nicht die eine Gliederung für einen Businessplan, da je nach Branche, Tätigkeit und den eigenen persönlichen Erfahrungen Besonderheiten entstehen. Im Vordergrund steht die Herausarbeitung des USP’s (Unique Selling Point = Alleinstellungsmerkmal). Als Unternehmer muss man zeigen, dass man alle wirtschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt, man immer auf dem neuesten Stand ist und die Trends der Branche kennt.

Da es sich bei dem Businessplan um ein Informationsdokument handelt, sollte es übersichtlich und einfach gestaltet sein. Obwohl jeder Businessplan anders ist, gibt es dennoch eine Struktur an die man sich halten sollte.

Im Folgenden gehen wir kurz auf die Punkte und die Fragen, die sich dabei stellen ein:

1. Zusammenfassung Ihres Vorhabens

Halten Sie sich hier kurz und knapp. Mit wenigen Worten sollte beschrieben werden, was Ihre Idee ist und den Inhalt Ihres Businessplans kurz vorstellen.

2. Beschreibung der Geschäftsidee

Die zentrale Frage lautet hier: Was ist Ihre Geschäftsidee (Produkt oder Dienstleistung)?

Warum soll jemand Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung kaufen?
Wie schätzen Sie die Erfolgsfaktoren für Ihr Angebot ein?
Welche Marktstrategie wollen Sie verfolgen? 

Klären Sie hier formale Aspekte wie Firmenname, Standort, Rechtsform, Struktur der Firma und nennen Sie die Unternehmensziele für die nächsten drei bis fünf Jahre.

Sollte der Standort Ihres Unternehmens erfolgsentscheidend sein z. B. wenn Sie einen stationären Handelsstandort errichten wollen, dann gehen Sie auch auf die folgenden Fragen genauer ein:
Welche Bedingungen muss der Standort erfüllen?
Kennen Sie geeignete Standorte?
Gibt es genügend Kunden im Einzugsgebiet des Standortes?
Informationen über Grundstückskäufe oder Mietung von Räumen und Flächen können hier oder auch erst später gemacht werden. Details sollten im Anhang nachvollziehbar zu prüfen sein.

Vor allem die Frage nach der Verkehrsanbindung ist wichtig. Sowohl Kunden als auch Zulieferer sollten Ihren Standort gut erreichen können. Bei der Eröffnung eines Onlineshops beispielsweise muss auch darauf geachtet werden, wie weit die nächsten Logistikzentren (z. B. DHL, Hermes etc.) entfernt sind. Handelt es sich bei Ihrer Geschäftsidee nicht um eine Dienstleistung sondern um ein Produkt, sollten auch genügend Lager zur Verfügung  stehen.

3. Beschreibung des Produkts bzw. der Dienstleistung

Nun können Sie detailliert Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung beschreiben. Bei Produkten gehen Sie hier auf den technischen Entwicklungsstand ein und auf Produktionsabläufe. Benötigen Sie Patenten oder Lizenzen? Arbeiten Sie den USP heraus und beantworten Sie die Frage: Was unterscheidet Ihr Angebot von dem der Wettbewerber?

Zusätzlich müssen in diesem Abschnitt diese Fragen beantwortet werden:
Wie können Sie Ihren Kunden mehr Nutzen bieten?
Wie bekannt ist Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung?
Welchen Service bieten Sie zu welchen Preisen?

Gehen Sie auch hier schon auf die Konkurrenz ein und machen Sie Ihren Platz im Wettbewerb deutlich:

Treten Sie als einziger Anbieter in einem neuen oder als zusätzlicher in einem bereits bestehenden Markt auf?
Wer sind Ihre Konkurrenten?
Wo ist Ihre Konkurrenz besser/schlechter als Sie?

4. Analyse des Marktes

Nun geht es darum eine Markteinschätzung durchzuführen. Unterteilen Sie den Markt auf dem Sie aktiv sein werden in Teilmärkte und differenzieren Sie nach Region/Land, Produktgruppe, Vertriebskanäle und Kundentypen. Die gerade genannte Zielgruppe muss hier genau definiert werden. Bei der Beschreibung der Kunden sollte auch auf folgende Fragen eingegangen werden:
Wie steht es um die Zahlungsmoral der Kunden und wie viel Einkommen haben Ihre möglichen Kunden?
Welche Kunden sprechen Sie an?
Kennen Sie die Wünsche Ihrer Kunden?

Weiterhin zu klären ist die Frage:
Wo bieten Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung (regional, bundesweit, international)?

Bei einer Marktanalyse geht es vor allem darum das Marktpotential von innovativen Produkten und Dienstleistungen vorzustellen.
Gibt es aktuelle Trends, die sich auf Ihr Geschäft auswirken könnten – wie etwa eine verstärkte Nachfrage nach Produkten, die Sie anbieten wollen?

Außerdem muss auf das Marktvolumen und die zukünftig prognostizierten Marktentwicklungen eingegangen werden.
Wie groß ist das Marktvolumen dieser Zielgruppe?

Hier helfen Daten aus den Bereichen Meinungsforschung und Statistik. Diese werden von Marktforschungsinstituten zur Verfügung gestellt. Aber auch makroökonomische Indikatoren können Ihnen bei der Bewertung von Marktpotenzialen und Trends Hinweise geben.
Kennen Sie für Ihren Markt Betriebsvergleichszahlen der Kammern oder Verbände?

5. Marketingstrategien

Nun geht es darum, zu erklären welche Schritte Sie wann und wo gehen. Erstellen Sie einen Zeitplan mit allen Ereignissen, von der Eröffnung Ihres Geschäfts bis hin zu den ersten Kundenkontakten. Haben Sie bereits einen Kundenstamm? Welche Art von Kunden sprechen Sie an (z. B. B2B Großkunden oder B2C)? Welche Marketingstrategie verfolgen Sie? Erstellen Sie hier am besten noch mal ein Extra-Konzept. Wie viel Budget steht Ihnen für Werbung und PR-Maßnahmen zu Verfügung? Welche Vertriebskanäle wollen Sie für den Absatz nutzen? 
Nutzen Sie Ihr ganzes Marketingwissen und präsentieren Sie überzeugend!

6. Produktions-/Dienstleistungsfaktoren

Nachdem Sie Ihre Geschäftsidee und die Strategien erläutet haben, beginnen Sie mit der Beschreibung Ihrer Betriebsprozesse. Zeigen Sie den Weg vom Einkauf über die Herstellung bis zum Vertrieb.

Welche Materialien, Maschinen, Einrichtungen brauchen Sie zur Herstellung Ihres Produktes bzw. zur Bereitstellung Ihrer Dienstleistung?
Was benötigen Sie zum Vertrieb Ihres Produktes/Ihrer Dienstleistung?
Wie stellen Sie Ihre Bevorratung sicher?
Welche Teilleistungen können Sie bei Lieferanten einkaufen?

7. Personalplanung

Beim Punkt Personalplanung geht es nicht nur darum die Einstellung von möglichen Mitarbeiten zu beschreiben, sondern vor allem darum, die eigene Qualifikation zu betonen und die persönlichen Voraussetzungen abzuklären. Gehen Sie hier auch auf den Punkt Versicherung ein. Bei mehreren Gesellschaftern  ist zu klären, wer welche Funktionen übernimmt.

Nehmen Sie Bezug zu folgenden Fragen:

Welche schulische bzw. berufliche Ausbildung haben Sie?
Welche Fähigkeiten haben Sie (nicht), um ein Unternehmen zu führen?
Besitzen Sie ausreichende kaufmännische Kenntnisse?
Ist Ihre berufliche Qualifikation für eine Selbstständigkeit ausreichend?
Welche Erfahrungen haben Sie in der Branche Ihres Unternehmens?
Welche finanziellen Verpflichtungen haben Sie?
Wie ist es um Ihre Gesundheit bestellt?
Wer hilft Ihnen bei Krankheit oder Unfall?
Unterstützt Ihr Partner Ihr Geschäftsvorhaben?

Entwickeln Sie ein Personalplanungskonzept:
Welche Mitarbeiter mit welchen Qualifikationen benötigen Sie für welche Zeiträume?

8. Chancen und Risiken

Nun müssen Sie einen Blick in die Zukunft wagen und die Rentabilität Ihrer neuen Unternehmung unter Beweis stellen. Versuchen Sie ehrlich die Risiken und Chancen zu bewerten  und wie Sie auf negative Marktentwicklungen reagieren. Bedienen Sie sich der Szenarien Analyse und erstellen Sie einen Best- und einen Worst-Case. Es sollten nur Zahlen zum belegen der Angaben verwendet werden, die nachprüfbar und realistisch sind.

Welche Ziele haben Sie sich für Ihre Firma gesetzt?
Mit welchen Maßnahmen wollen Sie diese Ziele erreichen?
Wie könnte die Entwicklung Ihrer Branche aussehen?
Wie wird sich die Nachfrage nach Ihrem Angebot entwickeln?
Rechnen Sie mit mehr Konkurrenten in Ihrem Markt?
Wie reagieren Sie auf negative Markt-/Nachfrageveränderungen?
Gibt es vergleichbare Branchen, die Orientierungshilfe bieten?

9. Finanzplanung und -bedarf

Der Kern Ihres Businessplans liegt in der Aufstellung eines Finanzplan um den Bedarf an finanziellen Mitteln zu ermitteln und mögliche Geldgeber überzeugen zu können. Dieser unterteilt sich in verschiedene Abschnitte.

Im ersten Teil sollten Sie die geplanten Investitionen benennen. Denken Sie daran, dass ein Plan für die nächsten drei bis fünf Jahre aufgestellt werden soll, d.h. auch mögliche Investitionen die weit in der Zukunft liegen oder potenzielle Ersatzinvestitionen und Wartungsarbeiten sollten hier beachtet werden. Eine Auflistung gibt Aufschluss über den nötigen Kapitalbedarf sowie über die Abschreibungen.

Im zweiten Teil ist ein Liquiditätsplan anzufertigen, das heißt, dass alle Einnahmen und Ausgaben für die nächsten Jahre aufgelistet und gegenübergestellt werden.

Im ersten Jahr müssen die Angaben monatlich gemacht werden, für die Jahre danach reicht es quartalsweise bzw später dann halbjährlich.

Den Kern bildet die Gewinn- und Verlustrechnung. Hieraus wird ersichtlich, ob Gewinne oder Verluste gemacht werden.

Strukturieren Sie danach Ihre Finanzierungsposten nach Fremd- und Eigenkapital. Wie viel Eigenkapital haben Sie und wofür wird es eingesetzt? Beachten Sie die Goldenen Finanzierungs- und Bilanzierungsregeln. Planen Sie auch Reserven mit ein. Hier wird deutlich, wie hoch der finanzielle Bedarf ist, der durch Banken oder andere Kreditgeber gedeckt werden soll und wofür das Kapital eingesetzt wird.

 

  1. Zusammenfassung (Executive Summary): Hier stehen die wichtigsten Punkte des Vorhabens, kurz und prägnant formuliert.
  2. Produkt- und Unternehmensidee: Hier wird die Produktidee vorgestellt. Außerdem muss der Kundennutzen, auch im Vergleich zu den Wettbewerbern, deutlich werden.
  3. Management- bzw. Gründerteam: Hier werden alle Teammitglieder mit ihren spezifischen, für das Vorhaben (meist eine Unternehmensgründung) wichtigen Qualifikationen vorgestellt.
  4. Markt und Wettbewerb: An dieser Stelle wird mit Hilfe von Markt- und Branchendaten ein vertiefter Einblick zu Konkurrenten und Kunden gegeben.
  5. Marketing und Vertrieb: Hier wird zur Markteintrittsstrategie und zu konkreten Werbe- und Vertriebsüberlegungen ausführlich Stellung genommen.
  6. Unternehmensform: Die Gesellschaftersituation, die gewählte Rechtsform und andere formale Punkte werden hierin beschrieben.
  7. Finanzplanung: In der Finanzplanung wird u. a. die Gewinn- und Verlustrechnung, die Liquiditätsplanung und der Kapitalbedarf aufgeführt.
  8. Risikobewertung und Alternativszenarien: Hier werden Risiken aufgezeigt. Außerdem werden Angaben über alternative Entwicklungen mit Hilfe von Best-case- und Worst-case-Szenarien dargestellt.[10]

 

 

 

 

https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Zusatzcontent/02-Unternehmen/01-Gr%C3%BCnden-Erweitern/Thematische-Spezial-Info/Gesch%C3%A4ftskonzept.pdf

lokalen Bezug erstellt wird (z. B.: Handwerksbetrieb, Gaststätte, Ladengeschäft, Internet-Café) ist ein Umfang von 5–10 DIN A4-Seiten richtig. Handelt es sich um eine Gründung mit regionalem Bezug (z. B.: IT-Dienstleistung, Spedition, Landwirtschaft, Handel) sollten 10–20 A4-Seiten ausreichen. Bei nationalem oder internationalem Bezug und der Notwendigkeit, größere externe Investoren mit dazuzuholen, sollten die Ausführungen auf 20–40 Seiten gemacht werden. Mehr als 50 Seiten sind kritisch, da kaum ein Investor oder anderer Entscheider bereit ist, so detailliert in einen Plan einzutauchen. Venture Capital– undPrivate Equity Beteiligungsgesellschaften bekommen etwa 500 bis 1200 Geschäftspläne pro Jahr zugesendet[12]. Im Schnitt nehmen sich Investoren 8-12 Minuten pro Geschäftsplan Zeit zur Prüfung[13]. Sofern jemand vertieftes Interesse hat, wird er sich notwendige Zusatzinformationen aus einem persönlichen Gespräch holen.[14]